Aug 10

Konsolidierung bei Pangora-Mentasys

14.25 Uhr

So eben erreicht mich die Nachricht, dass beim Portalprovider und der Lycos Tochter Pangora-Mentasys der Standort München geschlossen werden soll.

Die geschäftlichen Aktivitäten werden in Karlsruhe zentralisiert.

Hier ein Auszug aus der aktuellen Pressemeldung:

“Pangora plant Zusammenführung der Standorte München und Karlsruhe

•Die Zusammenlegung von Pangora und mentasys am Standort Karlsruhe soll die im Oktober 2006 bekannt gegebene Zusammenführung der Geschäftstätigkeiten beider Unternehmen erfolgreich abschließen.

•Auslandsgeschäft wird maßgeblich gefestigt durch personelle Verstärkung des KeyAccount Managements an den Standorten London, Paris und Mailand.

München/ Karlsruhe, 10. August, 2007 – Die Pangora GmbH, Technologieanbieter für Shopping-Portale, plant den Abschluss der Zusammenführung der Geschäftstätigkeiten mit der mentasys GmbH durch die Zusammenlegung der beiden Standorte München und Karlsruhe. Hierzu soll die bisher in München ansässige Pangora GmbH, Tochtergesellschaft von Lycos Europe, ihre Geschäfte mit der im Oktober 2006 übernommenen mentasys GmbH am Standort Karlsruhe zusammenführen.

Alle 45 in München ansässigen Mitarbeiter sollen Angebote zur Weiterbeschäftigung erhalten. Der Standort München soll anschließend geschlossen werden. Parallel zur Zusammenführung des Deutschlandsgeschäfts am Standort Karlsruhe ist geplant, das Auslandsgeschäft und den Vertrieb weiter auszubauen. Das Key Account Management soll dazu personell verstärkt und zukünftig direkt in den Auslandsniederlassungen in London, Paris und Mailand vertreten sein. In dieser strukturellen Maßnahme sieht Pangora die konsequente Umsetzung der Strategie, Anbieter und Vermarkter Nummer Eins im Bereich Shopping-Lösungen in Europa zu werden.

„Durch die Zusammenführung von Pangora und mentasys an einem Standort können wir ideal die Stärken beider Unternehmen miteinander koppeln und gleichzeitig die Kosteneffizienz maßgeblich steigern“, sagt Robin Schönbeck, Geschäftsführer der Pangora GmbH. „Zur Sicherstellung einer leistungsstarken Shopping Technologie für unsere Partner ist es entscheidend, Vertrieb und Technik von einem Standort zu betreiben. Somit können wir die Anforderungen unserer Kunden effizient in den Fokusstellen.“

Was ist denn nur los bei Pangora? Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung.


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20 Responses to “Konsolidierung bei Pangora-Mentasys”

  1. CBS Says:

    Wenn Pangora nun unter ehemaliger Mentasys-Führung auch noch den Standort wechselt, fragt man sich doch glatt, wer hier wen übernommen hat. ;-)

  2. Andreas Says:

    Wundern sollte das doch wohl keinen, oder?

    Meiner Meinung nach haben die es nie richtig verstanden, ein Geschäft nachhaltig aufzubauen.

    Überzeugend waren die Mitarbeiter, die ich kennengelernt habe, auch nicht.

  3. Thomas Says:

    Ein klassisches Beispiel dafür, was passiert, wenn man SEO nicht versteht und keinerlei Kompetenz in diesem Bereich besitzt. Ausbaden müssen es nun die Angstellten.

    Schade, ein aber nachvollziehbarer Schritt.

    Für viele Kunden ist Pangora schon lange nicht mehr das, das es einmal war. Teuer und bringt nicht viel.

  4. Bernd Says:

    Na da hat sich ja im Fusionsfieber jemand eine ordentliche Grippe geholt. Nach der Euphorie kommt der Kater. Da bin ich mal gespannt wie es weitergeht, wie ich gehört habe wandern ja auch schon die ersten Portale ab, ob das wohl eine Rolle gespielt hat?

    Ich drück den Damen und Herren auf jeden Fall die Daumen, ich denke dass Pangorra-Mentasys das jetzt auch dringend braucht.

  5. Ecato. Christian Boris Schmidt Says:

    Ein guter Branchenindikator ist meines Erachtens unser Kunde CNET Networks Deutschland mit seinen Portalen ZDNet und CNET. Anhand der Entwicklungen dort lassen sich einige Trends schon seit geraumer Zeit absehen. Portale benötigen zunehmend individuellere Lösungen, haben aber oft nicht die Ressourcen oder das Knowhow, diese selbst umzusetzen und stetig zu pflegen. Darauf muss man als Lösungsanbieter professionell eingehen können. Hier bahnen sich Kooperationen an, die Pangora weiter zusetzen werden.

  6. Christian Says:

    Letztendlich haben Pangora zwei Sachen zugesetzt:
    1. Mit dem Rauswurf aus Google brachen von kontinuierlich immer größere Teile der Umsätze weg. Diese Verluste konnten über andere Traffic-Quellen nicht wettgemacht werden. Pangora vorzuwerfen, sie verstünden SEO nicht, ist Schwachsinn. Vielmehr bin ich der Meinung, dass die Shopping Portale auf einem Geschäftskonzept basieren, die Google ein Dorn im Auge sind. Dies sieht man ja auch an den Vorgängen rund um preisvergleich.de
    2. Die Qualität des gelieferten Traffics war noch nie mit der von Pure-Playern wie Günstiger.de vergleichbar. Hierfür war der Anteil des Organic Traffics zu gering, also die Anzahl der Leute, die “von allein” auf die Portale kommen, um Preise zu vergleichen. Bei schlechten Conversions bleiben die Kunden nur, wenn die Marktposition so überwältigend ist, dass es keine Alternativen gibt. Mit zunehmenden Alternativen werden die Budgets reduziert.

    Mir tut es vor allem um die Mitarbeiter Leid, die den Laden über Jahre hinweg aufgebaut haben. Da sind eine Menge großartige Leute dabei. Viel Glück in der Zukunft.

    P.S.
    @Herr Schmidt: Läuft das Geschäft so schlecht, dass Sie jetzt schon in Blogs für sich Werbung machen müssen ;-)

  7. Andreas Says:

    @ Christian:

    Du sagst Pangora versteht wie SEO funktioniert. Das finde ich eine sehr interessante Aussage, da doch Pangora wegen duplicated content mehrfach aus Google gedropped wurde.

    Hinzukommen nun auch die Mentasys Portale, die alle, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr im Index vertreten sind.

    Dies lässt mich persönlich nicht zu dem Schluß kommen, dass wirklich Ahnung vorhanden war, da man sich sonst dafür geeignete Maßnahmen hätte einfallen lassen können.

    Wie erklärst du sonst diese Misere?

    Ich freue mich auf deine Antwort.

  8. Christian Says:

    Duplicated Content spielt sicher eine Rolle, das es DIE Ursache für den Rauswurf aus Google ist, stimmt nicht und das musst Du mir jetzt eben einfach mal glauben. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Pangora-Portale in ihrem Gesamtbild nicht mehr dem entsprochen haben, was Google an qualitativen Maßstäben setzt. Google möchte seine Nutzer idealerweise direkt zu Seiten führen, die das enthalten, wonach der Nutzer gesucht hat. Webseiten durch die der Nutzer (gegen Provision)mehr oder weniger nur durchgeleitet wird stellen aus Suchmaschinensicht ein überflüssiges Hinderniss da. Man sieht sich also an, was machen die Nutzer eigentlich, wenn sie bei einem Shoppingportal landen. Wenn mehrere Indizien darauf hindeuten, dass die Nutzererfahrung schlecht und Google noch dazu die Haupt-Traffic Quelle ist, erscheint der Rauswurf als logische Konsequenz.

    “da man sich sonst dafür geeignete Maßnahmen hätte einfallen lassen können”
    Ich glaube, dass hat man im Rahmen seiner Möglichkeiten versucht…

  9. Ecato. Christian Boris Schmidt Says:

    Wenn ein Nutzer nach einem Produkt in Kombination mit dem Suchwort “Preisvergleich” oder ähnlichem sucht, sollte man davon ausgehen, dass entsprechende Seiten im Sinne der Nutzererfahrung gelistet werden. Von daher halte ich es für falsch, das Konzept des Preisvergleichs für Probleme mit Google als alleinige Ursache dahinzustellen. Viel mehr sollte es immer Ziel sein, eine Lösung für Portale zu schaffen, die individuell auf die jeweilige Zielgruppe und spezifischen Inhalte eingeht. Damit schafft man einen Mehrwert für die Nutzer, was natürlich auch im Sinne der Suchmaschinen ist.

    PS @Christian: Im Gegenteil, die Geschäfte entwicklen sich besser denn je. Ich wirke bei solchen Diskussion auch nicht zum Zweck der Eigenwerbung mit, sondern wegen meiner Leidenschaft für das Thema. Der Fachpresse bzw. den Fachblogs kann man ausreichend Zustimmung entnehmen, so dass Eigenwerbung in dieser Art gar nicht nötig ist. Dennoch Danke der Nachfrage. ;-)

  10. Philipp Says:

    Wenn man betrachtet, wie gefährlich Mentasys Pangora vor der Übernahme geworden ist, muss den Pangora Leuten doch echt speiübel geworden sein. ich kann mich noch an die Informationen von Mentasys erinnern, wo häufig ein neues Portal angekündigt wurde, das vorher von Pangora betrieben wurde.

    Die Qualität des Traffics war bei Mentasys immer besser, hat aber in der letzten Zeit auch sehr nachgelassen.

    Pangora hatte sehr nachgelassen in den letzten 12 Monaten. Schlechte Konversionsrate und der Service war nicht der Kompetenteste. Da gibt es bei anderen Preisvergleichen Mitarbeiter, die ihr Geschäft verstehen.

    Dies habe ich auch auf mehreren Branchenevents von anderen Shopbetreibern bestätigt bekommen.

    Pangora lässt man besser sein, wenn man nicht unbedingt muss.

    Vielleicht wird es nun mit der Schliessung des Standortes München besser.

  11. Onliner Says:

    Eure Punkte bezüglich des Services kann ich verstehen. Ich habe auch meine Erfahrungen mit diesem gemacht.

    Es gibt dort Angestellte, die sich Key Account Manager nennen, die aber allerhöchstens wissen, wie man das schreibt. Da fehlen mir echt die Worte.

    Das Onlinebusiness läuft völlig anders als diese Mitarbeiter denken.

    Vielleicht hat die Schließung des Standort München etwas Reinigendes für die Firma.

  12. CBS Says:

    Bei so viel Begeisterung habe ich doch direkt einen Tipp für die offenbar besonders geschätzen Kollegen aus München: Paris ist doch viel schöner, als Karlsruhe.

  13. HH Shopper Says:

    Minderwertiger Service, schwache Konversionsrate, inkompetente Mitarbeiter und ein schlechtes Produkt. Wir haben uns dort schon lange entfernen lassen und sparen somit seit 1 Jahr die unnötigen Kosten.

    Es ist schon beachtlich, wie lange sich diese Firma gehalten hat und nur so ein schlechtes Produkt anbieten konnte.

    Die Auflösung des Standorts München scheint eine gerechte Form der Marktbereinigung zu sein.

  14. Thomas Wingenfeld Says:

    Da wir (mit CNET/ZDNet) oben erwähnt wurden, macht es m. E. Sinn, sich hier auch direkt zu Wort zu melden.

    Wir arbeiten seit einigen Jahren mit diversen Shopping-Anbietern erfolgreich zusammen und können uns so aus einer international einmaligen Vielfalt die jeweils besten Features und Dienstleistungen zusammenstellen und mit eigenentwickelten Tools und Services verknüpfen.

    Entsprechend tauchen wir auf Kundenlisten mehrerer Dienstleister auf, ohne dass dies bedeutet, dass uns ein Unternehmen exklusiv betreut.

    Sicher ist meine Einschätzung nicht repräsentativ, aber ich habe bei allen Unternehmen qualifizierte und motivierte Mitarbeiter und Teams kennen gelernt. Gerade im internationalen Vergleich zeigt sich doch, dass die Shopping-Anbieter in Deutschland ein sehr hohes Niveau an Beratung und Servicedenken aufweisen.

    Nicht jedes Geschäft lohnt sich für beide Seiten, dann macht es Sinn, es zu beenden (wie ich oben einem Kommentar entnehmen konnte) - oder es so neu auszurichten, dass wieder beide Seiten damit erfolgreich wirtschaften können.

    Das ist ganz normales Geschäft, mehr Spass macht es sicher allen, wenn dabei ein fairer Umgangston herrscht.

  15. Chris Says:

    Vielleicht noch en weiterer Kommentar zum Thema SEO, doublicate content, google und Whitelabelgeschäft:

    Viele bedeutende Portal- Geschäftsmodelle sind mittlerweile komplett von google abhängig. Das gilt für Contentseiten wie z.B. Chip.de oder Cnet genauso, wie für fast den kompletten Preisevergleichsmarkt. Ein Rausfallen dieser Portale aus dem Index bedeutet den Verlust von bis zu 80 % des Umsatzes - das überlebt keiner.

    Es gibt viele “Opfer”. Ich erinnere nur an Kelkoo, oder auch dieses Jahr (allerdings nur für eine kurze Zeit) Dooyoo. An den Alexazahlen von Dooyoo kann man sehr schön sehen, daß Geschäftsmodelle ohne Googletraffic sehr häufg gar nicht mehr existieren können. Der Google-Index befriedigt mittlerweile 90% aller Suchanfragen im deutschen Netz. Da bleiben wenige andere Wege übrig, gefunden zu werden.

    Sogen. doublicate content ist wohl auch nicht von Vorteil, um dauerhaft in Google gelistet zu bleiben, aber auf der anderen Seite ein Kernthema für Whitelabelspezalisten wie Mentasys oder Pangora. Sie leben von der Lizensierug und Vermarktung an Dritte. Dass sie beide das sehr gut hinbekommen haben zeigt auch die Dauer der Kundebeziehungen beider Player. Von Pangora wechselten Dooyoo zu mentasys und freenet auch. Thats it. Kein anderer konnte da bisher wirklich im großen Stile wildern (bei beiden Firmen). Nicht gerade ein Indiz für schlechte Qualität und wenn doch, dann ist wohl die Konkurrenz in den letzten Jahren noch viel schlechter gewesen (was ich natürlich nicht glaube ;-)) - vielleicht ändert sich das jetzt mit der Zusammenführung beider Geschäfte in Karlsruhe, die zwar eine Variante der Integration beider Firmen ist - ob die beste, wird man wohl erst sehen.

    Aber eigentlich ist dies doch nicht das Hauptthema - Wohl eher die starke Googleabhängigkeit des Marktes.

    Häme meiner Vorredner ist da aus meiner Sicht vollkommen fehl am Platze - schließlich ist das Googlemonopol schlimmer als es das von Microsoft jemals war - nur scheint die Branche kollektiv erblindet zu sein, denn keiner regt sich darüber auf - leider sehr naiv, denn jeden kann es treffen.

  16. CBS Says:

    Um aus aktuellem Anlass noch mal zum Thema zurückzukommen: Der kurzlich durchgeführte Relaunch wirft wieder die Frage auf, wer hier wen übernommen hat.

  17. Thomas Wingenfeld Says:

    Es gibt schon noch andere Wege, seine Leser anzusprechen.

    Schliesslich ist es ja nicht so, dass jeder Nutzer immer wieder bei Null anfängt und er seine Medien nicht kennen würde:

    1. Newsletter und andere Community-Abonnenten, die auch ohne Suchmaschinen angesprochen werden können

    2. Inhalte einbringen in Services wie Facebook, Myspace, Jubii, Yahoo, usw.

    3. Starke Medienmarken aufbauen, die direkt in die Browserzeile eingetippt werden

    4. Hohe Qualität und Special Interest Denken, das führt zu Verlinkungen aus vielen sehr relevanten - und durch die große Zahl insgesamt trafficstarken - Foren, Blogs, privaten Seiten, semiprofessionellen Seiten etc.

    Alle 4 Punkte haben wenig mit SEO zu tun, sondern viel mit langfristigem Denken, Fleiss und Hingabe an das jeweilige Thema.

    Daran ändert ein Algo-Update nichts.

  18. Chris Says:

    Noch ein kurzer Nachtrag: Ich habe zwei Portale vergessen, die beiden Playern tatsächlich den Rücken gekehrt haben: RTL ist 2007 von Pangora zu leguide gewechselt und Preisvergleich.de, der mit Sicherheit schmerzhaftere Verlust, Ende 2005 von Mentasys zu shopping.com. Das waren m.W. ale Portalbewegungen der beiden Player bei über 70 Portalen und 7 Jahren Geschäftstätigkeit im deutschen Markt.

  19. CBS Says:

    @Chris: Also ich kenne Portale in der aktuellen Referenzliste von Pangora, bei denen man nach Klick auf “Shopping” in der Hauptnavigation nicht zu einer Lösung aus München oder Karlsruhe kommt - aber das ist hier gar nicht der Punkt. ;-)

  20. CBS Says:

    PS: Und bei heise online gab es m. W. auch schon einen “Shopping-Tanz”… also ganz so bewegungslos ist die Branche dann doch nicht. ;-)

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